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1. Theoretische
Grundlagen
Durch
die Vergrößerung unserer Gesellschaft und das enorme Wachstum des
Informationsangebotes, können Information kaum noch direkt in Erfahrung
gebracht werden und so auf "Realität" geprüft werden. Die
Massenmedien sind die wichtigste Quelle für Informationen. "Realität"
wird oft nur noch indirekt erfahren, und auf der Basis dieser nicht nachprüfbaren,
fiktionalen, Sachverhalten wird die eigen Wirklichkeit konstruiert. Aber auch
diese fiktionalen Sachverhalte können, in ihren Konsequenzen, im Handeln des
Einzelnen oder einer Gruppe, real sein.
2. Image
Innerhalb
der PR arbeitet man mit dem Ansatz, dass Image eine kollektive, fiktionale
Vorstellung ist die sich, in diffuser Form, aus vielen Einzelinformationen
zusammensetzt. Wie bei einem Vorurteil wird auch das Image durch selektive,
willkürlich Betonung oder Vernachlässigung bestimmter Punkte vereinfacht und
ist damit leichter zu handhaben und einprägsamer als ein komplexer Sachverhalt
(→ Stellvertreterfunktion für Faktenwissen).
3.
Basisfunktionen PR
PR
werden im Bezug auf die Öffentlichkeit folgende Basisfunktionen zugeschrieben:
1.)
Erhöhung des Bekanntheitsgrades
2.)
Herstellung von Vertrauen
3.)
Herstellung von Akzeptanz
4.)
Aufbau und Pflege des Images einer Organisation
3.1 Instrumente
für externe PR
1.)
Pressekonferenz
13.) Beziehungspflege
2.)
Pressegespräch
14.) Präsentation
3.)
Pressemitteilung
15.) Rede
4.)
Pressemappe
16.) Messeauftritt
5.)
Pressefoto
17.)
Event
6.)
Sponsoring
18.) Interviews
7.)
Imagebroschüre
19.)
Telefonaktionen
8.)
Imageanzeigen
20.) Preisausschreiben
9.)
Hörfunk-
oder Fernsehspots
21.)
Lobbying
10.)
Product
Placement
22.)
Internetauftritt
11.)
Programmsponsoring
23.) Video
12.)
Folder / Flyer
4.
Einleitung „Verhältnis von Public Relations und Journalismus“
Die Umwelt ist für den Journalismus
insofern relevant, als er Informationsquellen für seine Berichterstattung benötigt,
denn die Hauptfunktion des Journalismus besteht darin, „aktuelle Themen aus
den diversen Systemen (der Umwelt) zu sammeln, auszuwählen, zu bearbeiten und
dann diesen Systemen (der Umwelt) als Medienangebote zur Verfügung zu
stellen“. (Weischenberg ²1998: 42).
Eine spezielle und
relevante Informationsquelle sind die Public Relations, also die professionellen
Informationsstellen sozialer Organisationen oder wirtschaftlichen Betrieben etc.
Die Beziehung zwischen PR und Journalismus birgt besondere Probleme, denn der
organisierten Öffentlichkeitsarbeit wird nachgesagt, dass sie die Autonomie des
Journalismus gefährde. Das Verhältnis zwischen PR und Journalismus kann mit
folgenden Thesen beschrieben werden:
Grundsätzlich
gilt: PR und seine Medien (Pressekonferenzen, - mitteilungen, PR-Zeitungen
Informationsbroschüren usw.) sind die Informationsquelle für den Journalismus
und der Journalismus gilt als Informationsverarbeitungssystem.
Konkreter
können vier Forschungsansätze unterschieden werden, die den Einfluss der Öffentlichkeitsarbeit
auf den Journalismus untersuchen:
5.
Forschungsansätze zum Verhältnis von PR und Journalismus
a.
Determinationsthese (auch: Dependenzthese)
·
PR
bestimmt Themen und Timing der journalistischen Berichterstattung.
·
Machtverhältnis
ist ein Nullsummenspiel.
·
Baerns
(1985; ²1991)
b.
Autonomiethese
·
Journalismus
rekurriert zwar häufig auf PR-Informationen, selektiert und konstruiert seine
Berichterstattung aber autonom.
·
Machtverhältnis
ist variabel; generelle Steuerung ist nicht möglich.
·
Schweda/Opherden
(1995)
c.
Intereffikations-Modell (auch: Interdependenzthese)
·
PR
sind schwerpunktmäßig für die Generierung und Journalismus ist hauptsächlich
für die Weitervermittlung zuständig.
·
Wechselseitige
Induktionen und Adaptionen.
·
In
erster Linie win-win-Situation (allerdings nicht immer symmetrisch).
Bentele
et al. (1997)
d.
Strukturelle Kopplung
·
Nutzungsperspektive
ermöglicht keine Aussagen über die Wirkung von PR auf Journalismus.
·
Pressemitteilungen
werden pragmatisch, optimistisch und kritisch beurteilt.
·
Starke
strukturelle Kopplung im tagesaktuellen Printbereich und bei intensiver
Recherche
·
Weischenberg,
Löffelholz, Scholl (1998)
(Diese
Studie ist deskriptiv, weil sie besagt, wie Journalisten das Material einschätzen,
was ihnen vorgelegt wurde bzw. urteilten Journalisten über die journalistische
PR-Input-Verarbeitung. Die Studie macht keine Aussage zum Verhältnis von PR und
Journalismus, sondern betont den Nutzenaspekt.)
Anmerkung
zu den Studien:
Je
nach Ansatz der Studie und ihrer jeweiligen Situation sind sie für sich begründet,
d.h. nicht eine ist als die richtige
Studie anzusehen, da ihnen verschiedene Denkrichtungen zugrunde gelegt wurden.
6.
Fazit zum Verhältnis „PR/Journalismus“:
·
In
den letzten Jahren ist der Stellenwert der PR gewachsen.
·
Die
Kapazitäten der Journalisten für umfangreiche eigene Recherchen sind immer
kleiner geworden (Zeit und Geld).
·
Selektion
wird aufgrund der ständig steigenden Informationsangebots immer schwieriger, PR
übernimmt die Selektionsfunktion.
·
Unternehmen
haben erkannt, wie wichtig Kommunikation ist und dass PR ein wesentlicher Teil
der gesamten Unternehmenskommunikation ist.
Aber:
PR sind nicht übermächtig!
·
Große
Zeitungen sind nicht von Unternehmen abhängig.
·
Je
krisenhafter die Situation, desto kritischer die Berichterstattung (negative
Schlagzeilen erreichen oft hohe Auflagen/Quoten).
·
Journalismus
rekurriert zwar häufig aus PR-Informationen, selektiert und konstruiert seine
Berichterstattung aber meist autonom.
·
Machtverhältnis
ist variabel, eine generelle Steuerung ist nicht möglich, was u.a. auf den
jeweiligen unterschiedlichen Zielen von PR und Journalismus beruhen kann.
7.
Beispiele zur Beeinflussung von Öffentlichkeit bzw. interessengeleitete
Schaffung und Beeinflussung der
Wirklichkeitsrezeption durch PR –
aber auch durch Journalismus
a)
Greenpeace-TV
b)
Brent-Spar
8.
Beispiele aus der Financial Times:
PR-Texte
und Zeitungsartikel im Vergleich
9.
Politische Kommunikation/Politische Public Relations
“Politiker
(...) tauchen heute in den großen TV-Shows auf, radeln zum Abschied von Bonn
hemdsärmelig durch sämtliche Fernsehkanäle (Gerhard Schröder), lassen sich
mit dem Fallschirm über Gran Canaria fallen (Jürgen Möllemann), kochen auf
Straßenfesten ihre Leibspeise (Wolfgang Gerhardt) oder kommentieren für
Radiosender Fußballspiele (Edmund Stoiber/Theo Waigel).“ (Miriam Meckel 1999)
Politisch
handeln bedeutet für die Politik politische Kommunikation zu planen und zu
entwerfen, das heißt nicht nur an die Inhalte, sondern auch an die öffentliche
Umsetzung und Legitimation von Politik zu denken. Deutschlands Politiker bzw.
ihre PR-Berater, richten ihre Kommunikationsstrategien danach und nutzen die
Macht der Medien, sei es durch TV-Auftritte oder durch themenbezogene Kampagnen.
Politische
Öffentlichkeitsarbeit ist daher nach Definition
ein „zentraler Mechanismus bei der Herstellung, Durchsetzung und Begründung
von Politik“ (Ulrich Saxer 1998).
9.1 Warum
Politische PR?
Da
viele gesellschaftliche Probleme zu politischen Themen werden können, wird von
Politikern eine hohe Problemlösungskompetenz erwartet. Politik gilt in unserer
Gesellschaft als Problemlösungskapazität und muss einem hohen
gesellschaftlichen Erwartungsdruck standhalten, der durch die ständige
Medienbeobachtung noch größer wird.
Politische
PR hat demnach das primäre Ziel politischen Organisationen und deren Repräsentanten
in ein möglichst positives Licht zu rücken um ihren Machterwerb zu
legitimieren sowie Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sympathie für sie
aufzubauen.
9.2
Strategien/Instrumente Politischer Öffentlichkeitsarbeit
Die
bei dem Bemühen, Vertrauen bei den Wählern zu erwecken, angewendete
Kommunikationsstrategie wird immer durch den persuasiven Aspekt des
Stimmengewinns prädestiniert. Allgemeine Strategien sind z.B.:
·
Verstärktes Operieren mit politischen Symbolen.
Unter Symbolen sind hier medien- und damit publikumsgerechte Reduktionen des
komplexen politischen Geschehens zu verstehen (z.B. Händeschütteln bei
Staatsempfängen, Schlagwörter etc.).
·
Zunehmende Kopplung von personalisierungs- und
Unterhaltungswerten um auch den wachsenden Teil der politisch weniger
interessierten Bevölkerung zu erreichen (s. obiges Zitat, Teilnahme an
Fernsehshows wie „Wetten dass...?“, Gerhard Schröder bei „Gute Zeiten,
Schlechte Zeiten“ etc.)
·
Klassische Kommunikationsmittel zur Bürger/-Wähleransprache
(Parteistände, Events, Werbeaktionen), die allerdings zunehmend der politischen
Massenkommunikation via Internet/Rundfunk weichen.
Außerdem
führt der Kampf um Aufmerksamkeit und die für die Politiker so wichtige
Medienpräsenz zu verstärkter Inszenierung von „Pseudoereignissen“
(Pressekonferenzen/-mitteilungen) und „mediatisierten Ereignissen“
(mediengerecht geplante Veranstaltungen). Politische PR passt sich mit ihren
Instrumenten und Strategien immer mehr den journalistischen Selektionskriterien
an.
9.3 Kommunikationsstrategien
im Wahlkampf:
Der
Wahlkampf fordert als besondere politische Situation auch besondere persuasive
Maßnahmen. Hier sind vier grundsätzliche Strategien hervorzuheben: Die
Personalisierung, die Image-Konstruktion, die Thematisierung und das Negative
Campaining.
9.4 Personalisierung:
Mit
Hilfe dieser Strategie werden Erwartungen der Wähler an bestimmte Personen
gebunden, wobei in der Regel an die persönliche Problemlösungskompetenz und
das Vertrauen in den Kandidaten appelliert wird.
Die
Personalisierungs-Strategie bietet sich besonders bei Parteien mit
erfolgsversprechenden Kanzlerkandidaten an, weil davon ausgegangen werden kann,
dass der Kandidat weiten Teilen der Öffentlichkeit bekannt ist und somit
bereits ein gewisses Vorstellungsbild über diesen Politiker existiert.
9.5 Image-Konstruktion:
Grundsätzlich
orientiert sich die Strategie der Image-Konstruktion am Image der ganzen Partei
und ist nicht auf eine einzelne Person beschränkt. Sie soll Orientierungshilfe
geben, indem sie Identitäten mit hohem Wiedererkennungswert schafft. Das Ziel
dieser Strategie ist es, die fiktive, öffentliche Meinung über bestimmte
Kandidaten und Parteien herauszufiltern und positiv zu unterstreichen.
9.6 Thematisierung:
Die
politische Öffentlichkeitsarbeit versucht mittels der Thematisierungsstrategie,
die Agenda des journalistischen Systems mitzubestimmen. Hier geht es nicht primär
darum, den Medien Anlässe zur Berichterstattung zu liefern, sondern vielmehr
sollen mit Hilfe gezielter Themenauswahl Vorzüge der eigenen Partei
herausgestellt werden. Besonders kleinere und nicht-etablierte Parteien machen
sich die Thematisierungs- Strategie zu nutze, da sie in der Regel keinen
prominenten Spitzenkandidaten haben, auf den eine Personalisierungskampagne
angewendet werden könnte.
9.7 Negative-Campaining:
Das
Negative Campaining zielt nicht darauf ab die eigenen Vorzüge darzustellen, wie
es bei den drei anderen Strategien der Fall ist, sondern rückt ganz bewusst die
Nachteile des politischen Gegners in den Vordergrund. Diese Strategie birgt den
Vorteil, den zu kommunizierenden Schwerpunkt nicht auf eine möglicherweise
unglaubwürdige Selbstdarstellung, sondern auf eine provozierende
Fremddarstellung legen zu können. Es müssen keinerlei Aussage über die eigene
Partei getroffen werden.
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