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06.03.2007
Medialog e.V. hat ein
Interview mit Roland Seim zum
Thema "Killerspiele" geführt. Zu
lesen gibt es das auch bei uns:
Interview zum Thema
"Killerspiele"
von Pierre Kretschmer (Medialog
e.V. )
mit Roland
Seim (März 2007)
Aktuelle Zensur News (von Roland
Seim) Stand 06.03.2007
- Bundesfamilienministerin von
der Leyen will noch in diesem
Jahr ein Gesetz gegen sog.
"Killer-Spiele" auf den Weg
bringen (SPIEGEL).
Bayern fordert im Bundesrat ein
Totalverbot (SPIEGEL).
- Google-Earth wird auf Druck
verschiedener Regierungen immer
häufiger zensiert (SPIEGEL).
- Die Innen- und Justizminister
der EU planen, eine Liste von
verbotenen Filmen und sog.
Killerspielen online zu stellen.
Ein EU-weites Verbot sei
hingegen nicht geplant (SPIEGEL).
- Rund 50 Wissenschaftler,
Juristen und Angehörige von
Grenzopfern protestieren gegen
das Verbot des Buches "Deutsche
Gerechtigkeit" von Roman Grafe.
Das Berliner Landgericht hat
bereits im Februar 2006 dem
Siedler Verlag eine Verbreitung
untersagt, da ein ehemaliger
DDR-Grenzoffizier gegen die
Nennng seines Names im
Zusammenhang mit Todesschüssen
an der Berliner Mauer eine
einstweilige Verfügung erwirkt
hatte (Tagesspiegel).
Ende Dezember wurde auch dieser
vom Autor initiierte
Protestaufruf "Angriff auf die
Pressefreiheit" untersagt.
- Die Ausladung des
Kreml-Kritikers und
Ex-Schachweltmeisters Garri
Kasparow bei der Talkshow von
Sabine Christiansen zum Thema
"Die Russen kommen" sorgte für
harsche Kritik an der
Moderatorin (SPIEGEL).
- Das Landgericht Hamburg
untersagt die Ausstrahlung des
WDR-Filmes "Eine einzige
Tablette" von Adolf Winkelmann
über den Contergan-Skandal, und
gibt damit den Anwälten der
Firma Grünenthal recht, die u.a.
eine Vermischung von Realität
und Fiktion monierten (Die
WELT).
- Verleger Rupert Murdoch und
Autor O. J. Simpson zogen dessen
skandalträchtiges Buch "If I dit
it" noch vor Erscheinen wieder
aus dem Verkehr (Deutsche
Welle).
- Nach dem Amoklauf von
Emsdetten fordern Politiker und
Pädagogen einmal mehr schärfere
Verbote vor allem von
gewalthaltigen Computerspielen,
den so genannten Ego-Shootern
(siehe z.B.
tagesschau.de,
SPIEGEL und
SPIEGEL sowie
golem.de). Kerstin Griese,
SPD, fordert vermehrtes
Inidzieren (heise.de).
Unterschriftenaktion von
Medialog e.V. gegen das Verbot
unter:
www.killerspieleverbieten.de
- Der Soziologe und Philosoph
Jürgen Habermas erwirkt gegen
den Rowohlt Verlag eine
einstweilige Verfügung. Der
Verlag muss eine Passage aus der
Joachim-Fest-Autobiographie "Ich
nicht" streichen (SPIEGEL).
- Im aktuellen
Pressefreiheitsranking der
Organisation "Reporter ohne
Grenzen" fiel Deutschland auf
Rang 23 zurück. Grund war u.a.
die "Cicero"- und BND-Affäre (SPIEGEL).
In Deutschland werde getrickst
und getarnt, meint der
SPIEGEL.
- Mehrere einstweilige
Verfügungen der Oppenheimers
führten auch in der Neuauflage
zur Schwärzung von zahlreichen
Stellen im Buch "Der Bankier -
Ein ungebetener Nachruf" von
Werner Rügemer (ver.di).
- Der Appell einer
Grünen-Politikerin hat erneut
einen Streit um Kopftuch und
Meinungsfreiheit ausgelöst (tagesschau).
- Nobelpreisträger Günter Grass
hat gegen die FAZ eine
einstweilige Verfügung wegen der
Veröffentlichung zweier privater
Briefe erwirkt (SPIEGEL).
- Wegen des Handels mit
verfassungsfeindlichen Symbolen
ist der Inhaber des
Punk-Versandhandels "Nix gut",
Jürgen Kamm (siehe Bild unten),
vom Stuttgarter Landgericht zu
EUR 3.600 Geldstrafe verurteilt
worden. Er hatte T-Shirts,
Aufnäher und Buttons mit
durchgestrichenen oder mit
Fäusten zertrümmerten
Hakenkreuzen vertrieben. Die
Verteidigung kündigte an, in
Revision zu gehen (NETZEITUNG
und
SPIEGEL)
- Aus Angst vor islamistischen
Anfeindungen hat die Deutsche
Oper in Berlin die Mozart-Oper
"Idomeneo" abgesetzt (SPIEGEL).
U.a. die Bundesregierung
kritisiert dies als
"vorauseilenden Gehorsam" und
unnötigen Kniefall (SPIEGEL).
Auch international rief diese
Selbstzensur Kopfschütteln
hervor (SPIEGEL).
Andererseits: Müssen bei Mozart
Köpfe rollen? (SPIEGEL).
Die umstrittene Aufführung soll
im Dezember wieder in den
Spielplan aufgenommen werden.
- Ähnlich wie schon der
Karikaturen-Streit sorgte auch
Papst Benedikts Regensburger
Rede für Aufregung in der
moslemischen Welt. Radikale
Islamisten drohen sogar mit
Gewalt gegen den Vatikan und die
Christen (SPIEGEL).
- Eine deutsche
Staatsanwaltschaft prüfte, ob es
sich um Gotteslästerung handelt,
wenn sich Madonna bei ihrem
Concert an ein stilisiertes
Kreuz hängt (SPIEGEL).
Nach Besichtigung der Show gab
der Staatsanwalt Entwarnung (SPIEGEL).
In Italien hatte es schon Ärger
gegeben.
- Sorgen bereitet den
Jugendschützern die US-Plattform
youtube, auf denen auch
indizierte rechtsextreme Musik
downgeloaded werden kann (SPIEGEL).
- SPD-Chef Kurt Beck hat ein
Verbot der Juli-Ausgabe von
"Titanic" erwirkt, da er seine
Persönlichkeitsrechte durch das
Titelbild mit seinem Foto als
Bär Bruno und der Textzeile
"Problembär außer Rand und Band
- Knallt die Bestie ab!"
verletzt sah. Das Hamburger
Landgericht untersagte jede
weitere Verbreitung und drohte
ein Ordnungsgeld von EUR 250.000
an (SPIEGEL).
- Niedersachsens Innenminister
Uwe Schünemann/CDU fordert ein
Verbot von so genannten
"Killerspielen", gewalthaltige
Video- und Computerspiele (SPIEGEL).
- Lukas Podolski wollte per
einstweiliger Verfügung die
satirische Radiosendung "Lukas'
Tagebuch" auf EinsLive/WDR, in
welchem er seines Erachtens
verhohnepiepelt wird, untersagen
lassen, und bis dahin keine
Interviews für die ARD geben (SPIEGEL).
Im August wies das Landgericht
München seine einstweilige
Verfügung ab.
- Um eine Art politische Zensur
scheint es sich bei der
Nicht-Verleihung des
Heinrich-Heine-Preises an den
umstrittenen österreichischen
Schriftsteller Peter Handke zu
handeln. Die Ratsfraktion der
Stadt Düsseldorf will sich über
die Entscheidung der Jury
hinwegsetzen und die Verleihung
an Handke verhindern, da er eine
pro-serbische Haltung hätte. Er
hatte eine Trauerrede am Grab
des Diktators Milosevic gehalten
(siehe
dpa/sueddeutsche.de). Handke
verzichtete schließlich auf den
Preis.
- Während Berufsbesorgte ein
Auftrittsverbot wegen
"Satanismus" forderten, gewann
die finnische Hard Rock-Band
"Lordi" am Samstag den
Eurovision Song Contest (SPIEGEL).
Ironischer Schockrock ist im
Mainstream angekommen, ohne dass
das Abendland untergegangen ist.
- Was dem Islam recht ist,
scheint dem Christentum billig
zu sein: die Empfindlichkeit
gegen eine Verhunzung ihrer
Symbole und Glaubenssätze.
Anders lässt sich die Aufregung
über Dan Browns "Sakrileg" als
Buch und Film nicht deuten. Nach
gewonnenen Prozessen und
belanglosen Boykottaufrufen
besorgter Kleriker (siehe
FAZ) dürfte der Siegeszug
des Millionensellers allerdings
nicht aufzuhalten sein.
- Schon vor der Ausstrahlung am
3. Mai sorgte die Papst-Satire
"Popetown" auf
MTV für Aufregung und
Aufmerksamkeit (Bilder siehe
unten). Vorsorglich beleidigte
Katholiken wollten die in
England produzierte - aber dort
nie gesendete - Persiflage
verhindern (siehe
SPIEGEL). MTV stoppte die
Werbekampagne. Während
Jugendschützer forderten, die
Sache noch einmal zu überdenken,
betonten die Jungen Liberalen
die Pressefreiheit (siehe
SPIEGEL), forderte ein
Bischof zum Boykott auf (SPIEGEL)
und wollte ein Erzbischof das
Verbot des Comic-Papstes (SPIEGEL).
Der CSU-Fraktionschef zeigte den
Sender MTV an (SPIEGEL);
es wurde vergeblich versucht,
eine einstweilige Verfügung
gegen die Ausstrahlung zu
erwirken (SPIEGEL).
MTV sendete zunächst nur eine
Folge mit anschließender
Diskussionsrunde (SPIEGEL
und
FAZ), die
SPIEGEL treffend mit "Viel
Weihrauch um nichts"
kommentierte. Die anderen
Episoden folgten (SPIEGEL).
Die Staatsanwaltschaft stellte
das Verfahren ein. Bayern plant,
wieder eine Verschärfung des
"Gotteslästerungsparagraphen"
§166 StGB zu beantragen (SPIEGEL).
- Nach dem Streit um Gerhart
Hauptmanns Bühnenstück "Die
Weber" in Dresden gibt es
erneuten Ärger zwischen Theatern
und Verlagen als
Urheberrechtsinhaber (siehe
SPIEGEL).
- Das auf den Weg gebrachte neue
Urheberrecht sieht vor, auch
private Kopien von
kopiergeschützten DVDs und CDs
mit teils drakonischen Strafen
zu ahnden (siehe
SPIEGEL). Zu dem, was
erlaubt bzw. verboten ist, siehe
SPIEGEL.
- Stefan Raab muss nun 20.000
Euro Schmerzensgeld wegen seines
"Schultüten-Gags" zahlen (siehe
SPIEGEL).
- Nachdem die Stadt Pulheim das
umstrittene Kunstprojekt "245
Kubikmeter" von Santiago Sierra
in einer alten Synagoge
unterbrochen hatte (siehe
SPIEGEL), beendete der
Künstler am 20.3. die
Skandalaktion. Gerade jüdische
Verbände und Kritiker wie Ralph
Giordano bezeichneten das
Einleiten von Gas und die
Ausstattung der Besucher mit
Gasmasken als unerträglich.
- Der Kriminologe Prof.
Christian Pfeiffer fordert ein
gesetzliches Verbot von brutalen
Computerspielen für
Minderjährige (siehe
SPIEGEL).
- Die FSK hat dem umstrittenen
Film "Tal der Wölfe" nach
erneuter Prüfung eine
Jugendfreigabe verweigert. Zwar
ist er damit nicht verboten, wie
manche forderten, darf aber nur
noch "ab 18 Jahren" gezeigt
werden (siehe
SPIEGEL).
- Die niedersächsische Band
"Oomph" wurde wegen ihres Songs
"Gott ist ein Popstar" von der
Echo-Verleihung auf RTL
ausgeladen; auch Radiosender wie
EinsLive wollen den Song nicht
ausstrahlen (siehe
Netzeitung und
SPIEGEL). Wenn solche
Animositäten weiter um sich
greifen, wird man in Zeiten der
Vogelgrippe wohl auch noch
Lieder wie "Alle Vögel sind
schon da", "Heile, heile,
Gänschen" und "Alle meine
Entchen" vom Sender nehmen.
- Der "Kannibalenfilm"
"Rohtenburg" darf nicht in
deutschen Kinos gezeigt werden,
da er gegen die
Persönlichkeitsrechte des
dargestellten Kannibalen Armin
Meiwes verstoße. Der Filmverleih
nennt dieses Verbot
verfassungswidrig (siehe z.B.
SPIEGEL und
telepolis). Bei einem
spanischen Filmfestival wurde
der umstrittene Streifen im
Oktober ausgezeichnet (SPIEGEL).
Das Theaterstück "Ehrensache"
über einen Mörder darf in Hagen
nicht mehr aufgeführt werden
(siehe
SPIEGEL).
- Deutsche Karnevalsumzüge
wurden im Frühjahr 2006
entschärft, damit
missverständliche Islam-Satiren
nicht zu Konfrontationen führen
können (siehe
WELT).
- Zu einem regelrechten Konflikt
der Kulturen führte der Abdruck
von zunächst in dänischen
Zeitungen veröffentlichten
"Mohammed-Karikaturen" durch
europäische Zeitungen. Den
Streit zwischen Pressefreiheit
und Religionsbeschimpfung
bekamen auch deutsche
Vertretungen im islamischen
Ausland zu spüren, die
Zielscheibe von Protesten wurden
(siehe
SPIEGEL und aktuell
SPIEGEL). In dieser
aufgeheizten Stimmung geht die
Angst vor den Folgen von
Islamkritik um (siehe
SPIEGEL). Die
Giordano-Bruno-Stiftung stellte
eine
Petition für Meinungsfreiheit
online. Die italienische Zeitung
"Studi Cattolici" heizte mit
einer
Mohammed-in-der-Dante-Hölle-Karikatur
den Streit neu an (SPIEGEL).
- Zahlreiche politische Einträge
im amerikanischen Teil der
Online-Enzyklopädie Wikipedia
sollen von einem
US-Kongress-Angestellten
manipuliert worden sein (siehe
SPIEGEL). In Deutschland
schönten Siemens-Mitarbeiter den
Eintrag ihres Chefs (SPIEGEL).
- Die US-Regierung soll
Forschungsberichte der NASA zum
dramatischen Klimawandel
zensiert haben (siehe
SPIEGEL).
- Ein wohlkalkulierter Skandal
um die Plakataktion "EuroPART"
hat in Wien für aufgeregte
Diskussionen gesorgt. Die
Künstler boten an, zwei der
Poster zurückzuziehen. Die
Vorwürfe lauten u.a.
Frauendiskriminierung,
Pornografie, Verunglimpfung von
Politikern und Verschwendung von
Steuergeldern (siehe
SPIEGEL).
- Die schwarz-rote Koalition
plant in Deutschland ein Verbot
der so genannten "Killerspiele"
(vgl.
Heise-Online). Siehe auch
das Interview mit Seim in den "Lüdenscheider
Nachrichten".
- Auch in der Schweiz gehen
Polizei und Zoll verstärkt gegen
Fans von Horrorfilmen vor.
Anhand einer Verbotsliste, die
etwa 200 Titel umfasst, werden
Warensendungen konfisziert und
Haussuchungen durchgeführt, wie
facts.ch (siehe dort auch
die Liste) berichtet.
- Am 29.10.2005 indizierte die
BPjM "Das Buch Noctemeron - Vom
Wesen des Vampirismus" von
Frater Modor (weitere
Infos hier).
Buchwurm.info wurde vom
Bayerischen Landesjugendamt
aufgefordert, seine Besprechung
von der Website zu nehmen.
- Mehrere deutsche HipHop-CDs
(z.B. "Ansage
Nr. 2", 3 und 4) des
Labels Aggro Berlin wurden
seit rund einem Jahr u.a. wegen
Drogenverharmlosung und Sexismus
indiziert. Am 30.9.2005
traf es auch die CD "King of
Kingz" von Bushido (siehe "Kulturzeit"),
und "Maske" von Sido,
"Obscuritas Eterna" von MC
Basstard und "Vom Bordstein bis
zur Skyline" von Bushido.
- Die Knef-Biographie "Das
Glück kennt nur Minuten" von
Jürgen Trimborn darf nach
juristischem Einspruch des
letzten Ehemanns der Knef nicht
mehr verkauft werden. Zu den
zahlreichen gerichtlichen
Biographieverboten siehe
Kulturzeit.
- Stefan Raab wurde vom AG
München wegen seines
Schultüten-Gags zu 150.000 Euro
Strafe verurteilt (siehe
SPIEGEL).
- Der ostdeutsche Holzbildhauer
Günther Schumann muss sich im
Herbst vor Gericht für seine
"Arschficker"-Skulptur
verantworten, da Polizeibeamte
Anzeige wegen Beleidigung
erstattet haben (siehe das
Interview in
Junge Welt).
- Der Heise-Verlag erhielt wegen
einer Berichterstattung über das
Knacken des CD-Kopierschutzes
u.a. eine gerichtliche
Abmahnung, da in dem
Online-Artikel auf entspr. Sites
verlinkt wurde, was die
Musikindustrie als Werbung für
illegales Handeln sah. Die
Journalisten fürchten eine
Einschränkung der
Pressefreiheit. Das OLG München
bestätigte unlängst das Verbot
(siehe die Dokumentation bei
Heise.de).
- Datenschützer sehen in der
"Vorratsspeicherung" von Daten
einen Eingriff in die
Meinungsfreiheit (SPIEGEL)
und bei den aktuellen
Repressionen gegen Journalisten
z.B. von "Cicero" einen Angriff
auf die Pressefreiheit (SPIEGEL
und
Kulturzeit).
- Die Bundesprüfstelle
indizierte am 30.6.2005 das Buch
"Forbidden Erotica - The
Rotenberg Collection". Nun wurde
Name Programm bei dem 2000 im
Taschen Verlag erschienenen und
2005 in kolorierter
Sonderausgabe neu
veröffentlichten Bildband, der
auf rund 500 Seiten Tausende von
recht expliziten
Schwarzweiß-Aktfotos aus den
Jahren von ca. 1850-1940
wiedergibt: Unzüchtiger
'Schweinkram', der schon Uropa
erregte, kann auch noch heute
als jugendgefährend gelten.
Wobei fraglich sein dürfte, ob
heutige Internet-Kids an derlei
verblichenen Sexbildchen
interessiert sind. Und wer das
seit fünf Jahren erhältliche
Buch jetzt noch nicht hat, der
wollte es auch nicht haben.
- Der Bundesgerichtshof
bestätigt am 21.6.2005 das
Verbot von Maxim Billers Roman
"Esra" wegen Verletzung von
Persönlichkeitsrechten der
beiden dargestellten
Protagonistinnen (s.u.). Der
KiWi-Verlag will
Verfassungsbeschwerde beim
Bundesverfassungsgericht
einlegen.
- Aus Angst vor Attentaten wegen
der Verletzung religiöser
Gefühle der Moslems, wurde die
Skultpur des deutschen Künstlers
Gregor Schneider bei der
Biennale in Venedig wieder
abgebaut (siehe
SPIEGEL).
- Ein bedenklicher Schritt in
Richtung Zensur bahnt sich im
Internet an: Deutsche
Suchmaschinenbetreiber (z.B.
auch google.de) beabsichtigen,
künftig u.a. alle von der
Bundesprüfstelle als
jugendgefährdend indizierten
Websites aus ihren Trefferlisten
zu streichen. Betroffen sind
derzeit ca. 1.000 pornografische
oder rechtsextreme
Online-Angebote (siehe
SPIEGEL und
c't). Außerdem sollen
Websites herausgefiltert werden,
die zu Straftaten anleiten. Die
unter dem Dach der so genannten
Freiwiligen Selbstkontrolle der
Multimedia-Diensteanbieter
FSM gegründeten
Kontrollinstanz könnte
allerdings auch eine
Bevormundung von Erwachsenen
bedeuten. Fürderhin muss man für
vollständige Ergebnisse wohl auf
ausländische Suchmaschinen wie
google.com ausweichen.
Allerdings adaptiert Google
jetzt auch die chinesischen
Zensurbestimmungen (siehe
ap und
SPIEGEL). Auf der anderen
Seite sieht sich Google mit dem
Vorwurf und einer Klage
konfrontiert, Kinderpornographie
zu erleichtern (SPIEGEL)
- Einen üblen Vorgeschmack
dieser Entwicklung zeigt die
Schließung der Website
dunklekunst.de (dort die
Begründung) Mitte März wegen
angeblich
"gewaltpornographischer
Kurzgeschichten" (siehe auch
hier).
- Nach Protesten von
Tierschützern hat eine
US-Tochter des
Kraft-Unternehmens eine
Gummibärchen-Sorte namens "Road
Kill" vom Markt genommen, da sie
überfahrene Tieren darstellen
sollen (siehe
SPIEGEL). Diese
Geschmacklosigkeit sei für
Kinder ein falsches Signal
gewesen.
- Ebenfalls in den USA versucht
ein Anwalt die
PC-Spiele-Industrie auf
Millionen von Dollar zu
verklagen, u.a. da die Games zu
Straftaten verleitet hätten
(vgl.
SPIEGEL).
- Auf Druck von katholischen
Kreisen hat das Volkstheater
München das Plakat für die
Premiere von "Fegefeuer in
Ingolstadt" noch vor der
Premiere im Januar 2005
zurückgezogen. Dargestellt war
ein gekreuzigter Frosch, der
einem Maßkrug hält. Das
Plakatmotiv basiert auf einer
Arbeit des 1997 gestorbenen
Künstlers Martin Kippenberger
(siehe
Stern und
Der Standard, Bildbeispiel
im
Teil 2 dieses Textes).
- Der österreichische Cartoonist
Gerhard Haderer bekommt Ärger
mit seinem Buch "Das Leben des
Jesus". Anfang 2005 wird er in
Griechenland sogar zu 6 Monaten
Haft verurteilt (in
Abwesenheit).
-Das Landgericht Berlin
verbietet Ende November 2004 (am
11.1.2005 vom Kammergericht
Berlin bestätigt) per
einstweiliger Verfügung die
weitere Aufführung des Gerhart
Hauptmann-Theaterstückes "Die
Weber". Geklagt hatte der Verlag
Felix Bloch Erben, der die
Bühnenrechte innehat. Das
Dresdner Staatsschauspiel hätte
unerlaubterweise Äußerungen dem
Stück hinzugefügt, die als
unpassend und anstößig gelten.
Außerdem versuchte Sabine
Christiansen, juristisch gegen
den Satz "Wen ich sehr schnell
erschießen würde, das wäre Frau
Christiansen" vorzugehen. Das
Landgericht Dresden lehnte
allerdings deswegen eine
einstweilige Verfügung ab. Ab
10. Mai 2005 wird das Stück
wieder gespielt, allerdings ohne
die zwei der umstrittensten und
somit gestrichenen Passagen (SZ,
7.5.: "Ohne ein paar Worte";
siehe auch
SPIEGEL)
- Verurteilung von Alvar Freude
wegen Verlinkung auf verbotene
Websites im Rahmen einer
Dokumentation (Telepolis).
- Mitte September wurde eine
einstweilige Verfügung erwirkt,
um zu verhindern, dass sich das
Kinderhilfswerk "Terres des
hommes" kritisch zur Adoption
des Kanzlerpaares Schröder
äußert (siehe
Spiegel-Online). Auch das
sog. "Caroline-Urteil" (siehe
Spiegel-Online) dürfte die
Pressefreiheit einschränken.
- Der Generalbundesanwalt
ermittelt Anfang September gegen
den Autor des Ullstein-Buches "Bedingt
dienstbereit" Norbert
Juretzko wegen des Verdachtes
auf Verrat von
Staatsgeheimnissen.
Ex-Kanzleramtsminister
Schmidbauer hat eine
Unterlassungklage wegen einiger
Passagen gegen das u.a. bei
amazon.de hoch platzierte
Buch erwirkt (SZ, 6.10.2004:
"Fristgerecht").
- Die Hamburger
Staatsanwaltschaft ermittelt
Mitte August 2004 gegen die
Theatergruppe "La Fura Dels
Baus" wegen des Verdachtes auf
Pornographie in ihrem
Theaterstück "XXX" (siehe
Spiegel-Online).
- Das Amtsgericht Halle
beschlagnahmt im August 2004 die
rechte CD "Anpassung ist
Feigheit", die gratis auf
Schulhöfen verteilt werden
sollte (siehe
Telepolis; Abb. im
Teil 2 dieses Textes). Nun
beginnt der Prozess gegen einer
Hersteller (siehe
SPIEGEL).
- Das Amtsgericht München
beschlagnahmt am 19.7.2004 das
Computerspiel "Manhunt"
(Play Station 2). Die
Bundesprüfstelle indiziert am
31.7.2004 Gerhard Konzelmanns
Roman "Sindbad der Seeräuber"
(1995).
- Gloria von Thurn und Taxis'
Biographie "Gloria - Die
Fürstin" muss nach einer
einstweiligen Verfügung in
künftigen Auflagen entschärft
werden (Spiegel-Online),
da Persönlichkeitsrechte von
Dargestellten verletzt worden
seien.
- Auch ein Kanzler muss sich
nicht alles gefallen lassen:
Schröder ließ den Krimi "Das
Ende des Kanzlers - der finale
Rettungsschuss" von Reinhard
Liebermann verbieten (SZ,
15.4.2004: "Kunstgriff" und
Spiegel-Online). Grund war
der Umschlag, auf dem im
Fadenkreuz ein schröderartiges
Gesicht zu sehen war (Foto
weiter unten). Namentlich ist er
nicht erwähnt. Am Ende wird der
Buch-Kanzler erschossen. Der
Betzel Verlag ließ eine 2.
Aufl. mit geändertem Cover
drucken, die nach Urteil des OLG
Hamburg auch nicht mehr
vertrieben werden darf (SZ,
22.6.2004: "Gefährliche Nähe").
- Nach Einspruch des Zentralrats
der Juden untersagte Bayern,
eine Kabel 1-Show "Judas Game"
zu nennen. Sie heißt jetzt
"J-Game". Alle Nennungen während
der Sendung wurden überpiept
(SZ, 7.2.2004: "Gurken aus
Holland").
- "Delprado"-Flugzeugmodelle
werden wegen Hakenkreuzen
beschlagnahmt und vom Markt
genommen.
- Anfang 2004 werden u.a. die
Horrorfilme "Blood Feast" von
Herschell Gordon Lewis (aus dem
Jahr 1963!) und "Riverplay" von
Olaf Ittenbach auf DVD
beschlagnahmt.
- Das AG-Tiergarten verurteilte
Michael Naumann zu EUR 9.000.-
Strafe, da er einen Staatsanwalt
"durchgeknallt" nannte.
- Der protestantische
Kirchenhistoriker Gerhard Besier
zieht auf öffentlichen Druck hin
sein Buch über Scientology
zurück (SZ, 28.10.2003: "Rolle
rückwärts in die Zukunft"), da
Kritiker meinten, es verharmlose
die umstrittene Sekte.
- Einstweilige Verfügung des
Landgerichts Berlin gegen den
Schriftsteller Alban Nikolai
Herbst (d. i. Alexander von
Ribbentrop), der wegen
Persönlichkeitsrechtsverletzungen
unter Androhung einer Geldstrafe
von bis zu EUR 250.000 nicht
mehr öffentlich aus seinem Roman
"Meere" vorlesen (lassen) darf.
Geklagt hatte seine ehemalige
Lebensgefährtin und Mutter eines
gemeinsamen Sohnes (vgl. NZZ,
SZ, taz, Die Welt vom
26.9.2003). Einen Monat später
verbot das LG Berlin auch die
Auslieferung/Verbreitung des
Buches (SZ, 24.10., S. 13: "Zu
indiskret" und 25.10.2003, S.
17: "Der arme Poet").
- Einstweilige Verfügung gegen
Dieter Bohlens Trash-Buch
"Nichts als die Wahrheit" wegen
ehrabschneidender Passagen, was
den Erfolg weiterer - leicht
geänderter - Auflagen aber nicht
schmälerte. Auch gegen sein
neues Buch "Hinter den Kulissen"
wurden Anfang Oktober 2003
mehrere Verfügungen erwirkt (Spiegel
und
Spiegel). Der Verkauf des
Buches wurde vom Berliner
Landgericht gestoppt; die
bereits ausgelieferten Exemplare
sollten vom Verlag zurückgerufen
werden (SZ, 7.10.2003: "Schwarze
Stellen"). Gleichwohl
überschwemmten die 200.000
Vorbestellungen den Buchmarkt.
Auch gegen "Naddels"
Bio(grafie)-Müll "Ungelogen"
wurde Mitte Oktober 2003 eine
Verfügung erwirkt.
- Herbert Grönemeyer erwirkt im
Oktober und November 2003 beim
Landgericht Berlin insg. drei
einstweilige Verfügungen gegen
die von ihm nicht autorisierte
Biografie "Grönemeyer" von
Ulrich Hoffmann. Das Buch darf
wegen 53 Stellen, die nicht der
Wahrheit entsprächen oder das
Persönlichkeitsrecht verletzten,
nicht mehr verbreitet werden
(SZ, 8.10.2003: "Mensch Herbert"
und 5.11.2003: "Genug ist nicht
genug"). Was mit der bereits
gedruckten, überarbeiteten 2.
Auflage geschieht, ist ungewiss.
- Einstweilige Verfügung des
Hamburger Landgerichtes gegen
das Buch "Zwischen Licht und
Schatten" von Hans Saler, in
welchem er Reinhold Messner die
Mitschuld am Tod seines Bruders
Günther vor 33 Jahren wegen
überzogenem Ehrgeiz gibt (SZ,
17.7. und 10.9.2003). Anfang
September 2003 verbot das
Gericht dieses Buch in der
vorliegenden Form.
- Untersagung von Äußerungen
über des Kanzlers Haarfarbe (SZ,
13.4.2002; Die Welt, 18.5.2002)
und angebliche außerhäusige
Nachtquartiere (SZ, 31.12.2002)
bzw. Affären (SZ, 8.1.2003). Das
Bundesverfassungsgericht wies am
26.9.2003 die Beschwerde der
Nachrichtenagentur ddp ab (FAZ,
27.9.2003: "Noch immer
farblos").
- Einstweilige Verfügung durch
islamische Gruppen gegen Udo
Ulfkottes Buch "Der Krieg in
unseren Städten" wegen angeblich
falscher Darstellungen.
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12.01.2007
Liebe Besucher!
Es wurde Zeit die Website einmal
komplett zu renovieren - auch
wenn sich vorerst inhaltlich
nichts geändert hat. Also: eine
kleine, feine Kosmetik. Leider hat
das Gästebuch endgültig den
Geist aufgegeben, unter schwerem
SPAM-Beschuss. Aber das
Diskussionsforum bleibt
geöffnet. Viele Grüße!
Kolja
Ältere
News:
27.01.07
Im Textarchiv ist ein neuer
Text von Roland Seim online:
"Die
Geheimnisse der Zensur"
(auch auf www.Telos-Verlag.de).
25.04.06
Nach circa 457.857
Jahren, tatsächlich mal wieder ein Update! Oder sagen wir, zumindest ein
paar Hinweise.
1. Ein Hinweis zur Seite
http://www.rockundzensur.de/
zum Ausstellungs-Projekt von Dr. Roland Seim und Dr. Josef Spiegel -
"Nur für Erwachsene".
2. Ein Hinweis auf eine Neuerscheinung im Telos Verlag, und zwar: Philip Akoto:
"Menschenverachtende
Untergrundmusik?"
Und jetzt, wo ich mir grade die Verlagsseite anschaue - da sind ja
noch viel mehr
Neuerscheinungen!
3. Reto Wehrlis
"Verteufelter
Heavy Metal" gibt es jetzt in einer (noch dickeren!) Neuauflage.
08.12.2003
Neu Online: Interview mit Dr. Roland Seim für das Fanzine
"Underdog" (#6, 2003)
14.01.2004
Ende Januar erscheint mein Buch
"Science
and a Sense of Hope" im
Telos Verlag. (Kolja Steinrötter).
19.07.2003
Neuer Text online:
"Das
neue Jugendschutzgesetz: Schnellschuss mit Mängeln"
von
Jan
Berger
Für weitere
aktuelle Infos schaut auch beim
Telos Verlag vorbei, es lohnt sich.
28.08.2002
Eine für das Thema Jugendschutz und Film sehr interessante Seite
ist
Film-freunde.de.
19.02.2002
Die Internet Seite
www.Schnittberichte.de
ist vom Netz gegangen worden (mehr Infos dazu
HIER
).
06.02.2002
Die Internet
Seite
HEAVY
oder WAS? hat
eine Rezension zu Reto Wehrlis Buch
"Verteufelter Heavy Metal" veröffentlicht.
Im
Januar Heft von
KONKRET
ist außerdem
"Ab 18 - Band 2" besprochen worden. Leider ist die Rezension
online nicht zugänglich. (im Heft unter "Buch und Deckel - Michael
Klarmann über Roland Seim/Josef Spiegel (Hg.): Der kommentierte Bildband
„Ab 18“ – Zensur in der deutschen Kulturgeschichte")
09.12.2001
Im neuen "Musikexpress" ist eine Kritik zu Reto Wehrlis Buch
"Verteufelter Heavy Metal" erschienen und auch bei Telepolis
gibts eine
Rezension
zu lesen, allerdings zu "Ab 18 Band 2".
16.11.2001
Seminar
"Massenkommunikation und Herrschaftsordnung":
Die zweite wissenschaftliche Arbeit des letzten Seminars ist jetzt Online.
Magnus See schreibt über
"Popkultur
vs. Hochkultur - die unterschiedlichen
Freiheitsgrenzen zweier Kulturformen"
03.10.2001
Das alte Gästebuch ist kürzlich verstorben. Ich habe herzlos schnell
ein neues gebastelt.
01.10.2001
Auszüge aus der verbesserten Neuauflage von "Ab 18" - Band 2 gibt es
HIER
.
(Die Qualität hat unter meiner schlampigen html unwandlung etwas
gelitten...).
28.09.2001
Es gibt jetzt eine
annotierte
Bibliographie einiger Neuerscheinungen zum Thema Zensur und neues auf
der
Links-seite. Dazu habe
ich die Hauptseite etwas unübersichtlicher gemacht. Toll.
06.09.2001
Habe die Verlags Seite etwas aufgefrischt.
25.08.2001
Die Verbesserte Neuauflage von "Ab 18. Band 2" (ISBN 3-933060-05-2, ca. 350 S., über 450 Abb. und
Faksimiles, DM 49,80) erscheint voraussichtlich Mitte/Ende Oktober 2001.
19.08.2001
Eine Neuerscheinung im Telos Verlag,
"Reto
Wehrli: Verteufelter Heavy Metal". Zu erwerben bei
Amazon.de
oder Hier.
Am
Dienstag, den 17.07.2001 ist die Abschlußsitzung des Seminars über
"Zensur und Herrschaftsordnung". Die Arbeiten dieses Semesters
werden dann allmählich auf dieser Seite erscheinen.
Freitag 22.06.2001
Update der Telos-Verlag Site und andere kleinere Änderungen.
Mittwoch 30.05.2001
Es sind zwei neue Texte im Archiv,
"Der
Volkswartbund" und
"Indizierte
Hörspiele - Hörgenuß erst ab 18 Jahre", von Ralf Palandt.
Der erste Beitrag zum Seminar im SS2001
"Massenkommunikation und
Herrschaftsordnung" mit dem
Thema
"PR
+ Öffentlichkeitsarbeit" ist jetzt online.
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